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Konflikt: Invasive Arten werden durch den Energiepflanzenanbau gestärkt

Konfliktbeschreibung:

Im Rahmen von Bioenergiestrategien kann durch den Anbau und das Inverkehrbringen von invasiven Arten ein Konflikt mit Naturschutzzielen entstehen.

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Saatgutzulassung

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)_Decision VI/23
  • Nationale Biodiversitätsstrategie
  • Art. 22 FFH-RL
  • § 40 BNatSchG
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Wirksystem:

Durch den Anbau von invasiven Arten oder den unsachgemäßen Umgang mit invasivem Saatgut kann es auch über die Anbaufläche hinaus zur unkontrollierten Ausbreitung dieser Arten kommen (Räumliche und zeitliche Dimension).
Natürliche oder naturnahe Lebensräume können durch invasive Arten erheblich beeinträchtigt werden.
Invasive gebietsfremde Arten sind Arten, die absichtlich oder unabsichtlich in Gebiete außerhalb ihres natürlichen Lebensraums eingeführt werden und dort in der Lage sind, sich zu etablieren und einheimische Arten zu verdrängen oder andere ökologischen Schäden zu verursachen. Zwar werden nicht alle eingeschleppte Arten zu Problemfällen, aber da Vorhersagen über die Anpassungsfähigkeit und das Ausbreitungspotenzial von Arten in neuen Lebensräumen sehr schwierig sind, ist das Risiko unkalkulierbar.
Man geht davon aus, dass die Bedrohung der biologischen Vielfalt durch invasive gebietsfremde Arten in ihrem Ausmaß nur noch von der Bedrohung durch Habitatverlust übertroffen wird. Gebietsfremde Arten sind daher ein ernstzunehmendes Hindernis für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Biodiversität auf globaler, regionaler und lokaler Ebene, mit beträchtlichen unerwünschten Auswirkungen auf die Güter und ökologischen Dienstleistungen, die uns auf der Grundlage von Ökosystemen zur Verfügung stehen (Freiberg, 2004).

Betroffenes Schutzgut:
  • Biodiversität
  • Landschaftsbild
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:

Je mehr invasives Saatgut zugelassen und angebaut wird, desto höher das Risiko von Invasion.

Einflussfaktoren Schutzgutseitig:

Je mehr Anbauflächen von invasiven Kulturen in sensiblen Gebieten liegen, desto höher ist das Risiko von Beeinträchtigungen in angrenzenden Schutzgebieten.

Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Anbauempfehlungen zur Risikominderung für invasive Energiepflanzen (FNR)zum Standard
  • Erweiterung der Listen über genehmigungspflichtige Einfuhr von invasiven Tierarten nach EU Artenschutzverordnung und BArtSchV um invasive Pflanzenarten (Klingenstein 2004)zum Standard
  • Gesetzliche Regelung zu Inverkehrbringen von Saatgut (SaatG)zum Standard
  • Risikobewertung und evtl. Ausschlusskriterium für NawaRos im EEG (Schümann 2008) (Vorschlag)zum Standard
  • Managementpläne gegen invasive Arten (NatBioDiv-Strategie)zum Standard