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Konflikt: Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch hochwüchsigen Energiepflanzen auf Acker und Grünland

Konfliktbeschreibung:

Anbau von hochwüchsigen Energiepflanzen

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Anbau von hochwüchsigen Energiepflanzen

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • § 1 und 5 BNatSchG
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Wirksystem:

Starkwüchsige Pflanzen sind aufgrund ihres hohen Biomassezuwachses für die energetische Verwertung besonders interessant. Durch die Etablierung von Gehölzen und anderen hochwüchsigen Kulturen wie Mais oder mehrjährigen Gräsern auf bisher mit Getreide bestellten Acker- oder als Grünland genutzten Flächen kann es aufgrund der Wuchshöhe der neuen Kulturen (> 2 m) zu temporären Beeinträchtigungen von Sichtbeziehungen und Sichtachsen kommen. Das für die Erholungsfunktion wichtige Landschaftsempfinden der Kulturlandschaft wird dadurch beeinflusst.

Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch hochwüchsige Kulturen
Unter hochwüchsigen Kulturen sind ein- oder mehrjährige landwirtschaftliche Kulturen zu verstehen, die eine Bestandshöhe von 2 m erreichen und z.T. deutlich übersteigen. Zu diesen Kulturen können z.B. Chinaschilf (bis 4 m), Rutenhirse (bis 2,50 m), Hanf (bis 4 m) und Mais (ca. 3-4 m) gezählt werden. Des Weiteren können Kurzumtriebsplantagen aus Pappeln und Weiden, mit Wuchshöhen von bis zu 7 m im 4. Bestandsjahr das Landschaftsbild nachhaltig verändern (BfN 2005).
Hochwüchsige Pflanzenbestände können die Sicht einschränken und in Abhängigkeit vom Relief wichtige Blickbeziehungen in der Landschaft verstellen. Die Wahrscheinlichkeit von Sichteinschränkungen verstärkt sich mit zunehmenden Bestandeshöhen und Flächengrößen der genannten Kulturen und Bestände. Während landwirtschaftliche Kulturen halmgutartiger Energieträger mit ihren Wuchshöhen die Horizontlinie kaum durchbrechen, wirken Dauerkulturen wie z.B. Pappel- Kurzumtriebsplantagen mit mehrjährigen Umtriebszeiten auch auf weitere Distanz als Sichthindernisse. Zudem könnte es zu einer Akkumulation der sichteinschränkenden Wirkungen durch den Anbau mehrerer verschiedener hochwüchsiger Pflanzenbestände in einer Region kommen. Große Flächenanteile solcher Bestände könnten den Anteil Struktur bildender Elemente eines betrachteten Landschaftsraumes über ein allgemein als „schön“ wahrgenommenes Maß hinaus erhöhen und damit die Wahrnehmung der Landschaft negativ beeinflussen (Wöbse 2002).
Die „Belastbarkeit“ eines Landschaftsraumes mit zusätzlichen, strukturbildenden Beständen ist in hohem Maße von seiner  Gestalt abhängig. In ausgeräumten Agrarlandschaften mit nur gering ausgeprägtem Relief können hochwüchsige Kulturen bis zu einem gewissen Grad zur strukturellen Anreicherung der Landschaft beitragen und die Wahrnehmung der Landschaft ggf. positiv beeinflussen. Übersteigt die Ausdehnung einen bestimmten Anteil an der Gesamtfläche, kann die Eigenart der Landschaft durch die großflächigen und kompakten Strukturen deutlich überprägt werden und die Dominanz der neuen Bestände als negativ empfunden werden.
Sind bereits vielfältige Landschaftselemente vorhanden, die in einem harmonischen Verhältnis zueinander stehen und die Eigenart der Landschaft prägen, so ist die Wahrscheinlichkeit, durch kleinflächige Eingriffe eine negative Wirkung auf das Landschaftsbild zu erzeugen, als deutlich geringer einzuschätzen (WÖBSE 2002).

Betroffenes Schutzgut:
  • Landschaftsbild
  • Erholungsfunktion
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:

Je mehr Flächen mit hochwüchsigen Kulturen, desto größer die Flächen mit potenzieller Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Je höher der Bestand, desto höher der Biomasseertrag.

Einflussfaktoren Schutzgutseitig:

Je bedeutsamer der Standort als Erholungsgebiet, desto höher die potenzielle Konfliktintensität (abhängig von Relief und Struktur der Landschaft; klein-  versus großteilig etc.).

Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Informelle Ansätze weiterentwickeln (Schultze,C.; Demmeler, M; Korte, B.; Heissenhuber, A.; Kleinschmit, B. & J. Köppel 2008)zum Standard
  • Flächenkulissen für Kurzumtriebsplantagen empfehlen (Schultze,C.; Demmeler, M; Korte, B.; Heissenhuber, A.; Kleinschmit, B. & J. Köppel 2008)zum Standard
  • Kurzumtriebsplantagen müssen genehmigungspflichtig sein, da sie das Landschaftsbild und die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes nachhaltig verändern (LANA 2007)zum Standard