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Teilaspekt: Biomassebereitstellung   >> Konfliktauswahl: Verlust von Agrobiodiversität durch Verengung der Fruchtfolgen im Energiepflanzenanbau

Konflikt: Verlust von Agrobiodiversität durch Verengung der Fruchtfolgen im Energiepflanzenanbau

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Fruchtfolgeglieder mit hohem Masseertrag und Energiegehalt haben für die energetische Nutzung eine hohe Vorzüglichkeit und werden deshalb favorisiert angebaut.

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)
  • § 1 und 5 BNatSchG
  • Nationale Biodiversitätsstrategie
>> mehr Informationen
Wirksystem:

Die Nachfrage nach energiereichen Substraten mit hohem Masseertrag, die Automatisierung der Beschickung von Anlagen mit der damit einhergehenden Anforderung an gleichbleibende Substrateigenschaften und die Fokussierung auf bekannte Kulturen und Anbauverfahren führen in der Praxis des Energiepflanzenbaus oft zu Bevorzugung von bestimmten Kulturen. Stellen diese keine besonderen Anforderungen an die Fruchtfolge oder sind sogar selbstverträglich (wie z. B. Mais) können sie in der Fruchtfolge Anteile von bis zu 100% erlangen. Eine Verengung der Fruchtfolgen auf einige wenige Kulturen bis zur deren Aufgabe ist die Folge. Zum Verlust an Kulturartenvielfalt kommt der Verlust der mit diesen Kulturen und Anbauverfahren assoziierten Biodiversität.

Betroffenes Schutzgut:
  • Biodiversität
  • Landschaftsbild
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:

Je größer die Nachfrage nach und die ökonomische Vorzüglichkeit von einzelnen Fruchtfolgegliedern, desto geringer die Anbauvielfalt und enger die Fruchtfolge.

Einflussfaktoren Schutzgutseitig:

Je enger die Fruchtfolge desto geringer ist auch die räumliche und zeitliche Variabilität an Habitaten. Daraus resultiert eine höhere Anfälligkeit gegenüber Störungen (wie z.B Schädlingsbefall). Eine Verarmung der genetischen Vielfalt der Kulturarten, aber auch der Variabilität innerhalb der Art sowie ein Verlust von Anbauverfahren hat einen Verlust an assoziierter Biodiversität zur Folge.

Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Alternative Anbausysteme und Fruchtfolgen nutzen (BfN 2007)zum Standard
  • Mindestens dreigliedrige Fruchtfolge einhaltenzum Standard
  • Anbau von Raps, Rüben und Weizen nicht forcieren (NBBW 2008)zum Standard
  • Maximale Anteile an Energiepflanzen festlegenzum Standard