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Teilaspekt: Biomassebereitstellung   >> Konfliktauswahl: Beeinträchtigung der Biodiversität

Konflikt: Beeinträchtigung der Biodiversität

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Bodenbearbeitung, Agrochemikalien, Düngepraktiken, Erntetechniken und – zeitpunkte beim Anbau von Energiepflanzen sowie direkte und indirekte Landnutzungsänderungen können ebenso wie beim Anbau von Nahrungs- oder Futtermitteln auch beim Anbau von Energiepflanzen zu Beeinträchtigungen der Biodiversität führen.

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)
  • § 1 und 5 BNatSchG
  • Nationale Biodiversitätsstrategie
  • FFH-Richtlinie
>> mehr Informationen
Wirksystem:

Sowohl durch  Sorten- und Standortwahl als auch durch bestimmte Arbeitsschritte in der Anbaupraxis von Energiepflanzen kann es zusätzlich zu den ohnehin schon durch eine intensive Landwirtschaft verursachten Beeinträchtigungen zu weiteren Verlusten von Arten, Lebensräumen und genetischer Vielfalt kommen, die aus Sicht des Biodiversitätsschutzes relevant sind.

Betroffenes Schutzgut:
  • Biodiversität
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:

Je intensiver die Flächen mit wirkintensiven Energiepflanzen bestellt werden und je mehr Flächen von dieser Flächennutzung betroffen sind, desto höher ist auf der Fläche das Risiko von Beeinträchtigungen der Biodiversität.

Einflussfaktoren Schutzgutseitig:

Je empfindlicher das Arteninventar und die Lebensräume sowie deren Wechselbeziehungen sind, desto höher ist das Risiko, dass bestimmte Anbaupraktiken zu Beeinträchtigungen führen.

Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Belassen der Getreidestoppeln auf der Fläche bei Direktsaatverfahren für die Zweitkultur (DZIEWIATY K. & P. BERNARDY, 2007).zum Standard
  • Ausbringen des Gärsubstrates auf der Fläche möglichst schonend, evtl. mit Schleppschläuchen (DZIEWIATY K. & P. BERNARDY, 2007).zum Standard
  • Staunasse Bereiche in feuchten Jahren aus der Bewirtschaftung herausnehmen (Limikolenschutz). (Dziewiaty & Bernardy 2007)zum Standard
  • Naturschutzfachlich wertvolle oder ökologisch sensible Gebiete dürfen durch den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen nicht beeinträchtigt werdenzum Standard
  • Abstimmung der Erntezeitpunkte auf Bodenbrüter, Niederwild und Samenreife der Ackerbegleitflorazum Standard
  • Belassen von Streifen oder Inseln innerhalb der Schläge als Rückzugsräume (IFEU & Partner 2008)zum Standard
  • Gute fachliche Praxis (BNatSchG & BodSchG)zum Standard