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Teilaspekt: Biomassebereitstellung   >> Konfliktauswahl: Beeinträchtigung der natürlichen Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes durch Verschmutzungen und Belastungen von Wasser, Boden und Luft im Rahmen des Energiepflanzenanbaus

Konflikt: Beeinträchtigung der natürlichen Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes durch Verschmutzungen und Belastungen von Wasser, Boden und Luft im Rahmen des Energiepflanzenanbaus

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Bei bestimmten Bearbeitungsschritten in der land- und forstwirtschaftlichen Praxis, so auch dem Anbau von Energiepflanzen, kann es zu Schadstoffeinträgen und Belastungen der Umweltmedien Wasser, Boden und Luft kommen.

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • § 47 (1) Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
  • BBodSchG
  • § 1 und 5 BNatSchG
  • Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
  • Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung
  • Düngemittelverordnung
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Wirksystem:

Durch den Anbau von Energiepflanzen hat sich die Intensivierung der Landnutzung weiter fortgesetzt. Landnutzungsänderungen (z.B. Intensivierung von Grünland und Ackerland sowie Umwandlung von Grünland in Ackerland) sowie Schadstoffeinträge durch Pflanzenschutz – und Düngemittel (hier z.B. auch die Gärrestausbringung) und eine nicht nachhaltige Bodenbearbeitung können bei der Erzeugung von Energiepflanzen wie auch bei der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln zu Verschmutzungen und Belastungen der Umweltmedien Wasser, Boden und Luft führen.

Betroffenes Schutzgut:
  • Boden
  • (Grund-)Wasser
  • Luft
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:

Je intensiver die land- und forstwirtschaftliche Nutzung, desto höher ist das Risiko von Belastungen für Wasser, Boden und Luft. Dies gilt für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Art der Wirkstoffe, Häufigkeit, Technik und Zeitpunkt der Ausbringung), den Einsatz von Düngemittel (Art des Düngemittels, Menge, Technik und Zeitpunkt der Ausbringung), im Energiepflanzenanbau zusätzlich die Problematik der Gärrestausbringung (Nährstoffkumulation um die Anlage), die Innutzungnahme von Grünlandstandorten für Ackerfrüchte (THG-Emission aus Boden), die Bearbeitung von grundwassernahen Böden und Böden mit hohem C-Gehalt (THG-Emission), den Abstand der landwirtschaftlichen Nutzung zu Gewässern (Gefährdung durch Eintrag von N und P).

Einflussfaktoren Schutzgutseitig:

Je empfindlicher die Flächen hinsichtlich von Einträgen in Boden und Gewässer sind und. je näher ihre Lage an den intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen, desto höher ist das Risiko von Beeinträchtigungen.

Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Konsequente Verwendung von Breitreifen mit niedrigem Reifeninnendruck (Rippel et al. 2008)zum Standard
  • Konservierende Bodenbearbeitung bei Zweikulturnutzung (Rippel et al. 2008)zum Standard
  • Ausreichende Bodenbedeckung zwischen Vorfrucht und Reihenschluss bei Mais (Rippel et al. 2008)zum Standard
  • Boden auf Humusgehalt untersuchen lassen, evtl. zusätzliche Humusgaben (Rippel et al. 2008)zum Standard
  • Gleichmäßiges und vollständiges Ausbringen des Gärsubstrates auf die Herkunftsflächen (Rippel et al. 2008)zum Standard
  • Kopplung der finanziellen Förderung an die Einhaltung von Leitlinien für eine gewässerschonende Bewirtschaftung (Kiefer 2008)zum Standard
  • Flüssigkeitsdichte Lager für Festsubstrate und Gärrückstände (Kiefer 2008)zum Standard
  • Verbindliches Gütesystem für alle Gärrückstände (Kiefer 2008)zum Standard
  • Ausbringung der Gärrückstände in sensiblen Gebieten reglementieren (Kiefer 2008)zum Standard
  • Berücksichtigung eines angemessenen Boden- und Gewässerschutzes (BfN 2007)zum Standard
  • Nachweis einer ausgeglichenen Humusbilanz (SRU 2007)zum Standard
  • Nachhaltigkeitskriterien und Berichtspflicht in der Erneuerbaren Energien Richtlinie zu Boden- und Gewässerschutzmaßnahmen beim Biomasseanbau (RED 2009)zum Standard
  • Gute fachliche Praxis (BNatSchG & BodSchG)zum Standard
  • Düngemittelverordnungzum Standard
  • Cross Compliance VOzum Standard