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Teilaspekt: Biomassebereitstellung   >> Konfliktauswahl: Verlust von Lebensräumen und ökologischen Naturhaushaltsfunktionen durch Grünlandintensivierung und -umbruch. Verlust von Kohlenstoffsenken durch Grünlandumbruch

Konflikt: Verlust von Lebensräumen und ökologischen Naturhaushaltsfunktionen durch Grünlandintensivierung und -umbruch. Verlust von Kohlenstoffsenken durch Grünlandumbruch

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Entfernung von Landschaftselementen mit dem Ziel Energiepflanzen intensiv anzubauen. (Schlagzusammenlegung/Vergrößerung/Umbrechen von Blühstreifen etc.)

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Intensivierung der Grünlandnutzung (Düngereinsatz, Anzal der Schnitte) oder Umbruch von Grünland zur Produktion von energetisch nutzbarer Biomasse

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • Cross Compliance VO (EG)
  • Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)
  • § 1 und 5 BNatSchG
  • Direktzahlungen Verpflichtungen Gesetz (DirektZahlVerpflG 2004)
  • Verordnungen zum Erhalt des Dauergrünlands der Bundesländer
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Wirksystem:

Durch die gestiegene Nachfrage an Energiepflanzen und den daraus resultierenden Flächenbedarf kann es zu Grünlandintensivierung und Grünlandumbruch kommen. Dies kann durch direkte oder indirekte Flächenkonkurrenzen hervorgerufen werden. Intensivierung und Umbruch verursachen eine Verarmung bzw. einen Verlust der an diesen Biotoptyp gebundenen Arten. Bodenschutzfunktionen (Erosion, Humusanreicherung etc.) werden gemindert, der Wasserhaushalt beeinflusst (z.B. Grundwasserabsenkung), Treibhausgase durch erhöhte Mineralisationsrate freigesetzt und ggf. das Landschaftsbild beeinträchtigt.

Betroffenes Schutzgut:
  • Biodiversität
  • Boden
  • Landschaftsbild
  • (Grund-)Wasser
  • Klima
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:

Je größer die Differenz zwischen der Gewinnerwartung von Grünlad gegenüber Anbaubiomasse, desto mehr Grünland wird umgebrochen.

Einflussfaktoren Schutzgutseitig:

Je mehr Grünland umgebrochen wird, desto höher das Bodenerosionsrisiko, der Lebensraumverlust für naturschutzrelevante Arten, die Klimawirksamkeit durch Mineralisation.

Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Keine Umwandlung und Intensivierung von Grünland in sensiblen Gebietenzum Standard
  • Anpassung der Cross Compliance Regelung (BfN 2009)zum Standard
  • Anpassung des EEG (BfN 2009)zum Standard
  • Ergänzung der guten fachlichen Praxis (BfN 2009)zum Standard
  • Agrarumweltmaßnahmen und Vertragsnaturschutz weiterentwickeln (BfN 2009)zum Standard