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Konflikt: Risiko durch Anbau von GVO

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Anbau von Energiepflanzen, die genetisch verändert wurden

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • Gentechnikgesetz (GenTG)
  • GentechnikPflanzen- ErzeugungsVerordnung (GenPflEV)
  • Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)
  • § 1 und 5 BNatSchG
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Wirksystem:

Durch den Anbau von genetisch veränderten Pflanzen (GVO) kann es zu unkontrollierten Auskreuzungen und Saatgutverunreinigungen kommen. Negative Auswirkungen auf Nicht-Schädlinge und insbesondere andere Blütenbesucher bspw. durch Bt-Toxine im GVO-Maisanbau können bislang nicht ausgeschlossen werden.
Besonders in der Imkerei und dem Ökolandbau treten deutliche Konfliktpotentiale auf, da die Gentechnikfreiheit der Produkte nicht mehr garantiert werden kann und die Vermarktung der Produkte unmöglich gemacht wird, wenn GVO-Anbauflächen in der Nähe liegen.
Die Akzeptanz für grüne Gentechnik ist in Deutschland bislang gering. Kritiker von GVO-Pflanzen befürchten jedoch, dass die öffentliche Akzeptanz im Non-food-Bereich größer ist als beim Anbau von Nahrungsmitteln und dadurch vermehrt GVO-Mais und perspektivisch auch GVO-Raps zur energetischen Verwertung angebaut wird. Auch der Anbau gentechnisch veränderter Pappelklone in Kurzumtriebsplantagen wird als mögliche "Eintrittspforte" für den Anbau von GVO in Deutschland im Non-food-Bereich diskutiert.

Betroffenes Schutzgut:
  • Biodiversität
  • Gentechnikfreie Gebiete
  • Saatgutreinheit (kulturelles Erbe)
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:

Je größer die vermeintliche relative Vorzüglichkeit der GVO-Sorten, desto höher der Anreiz, die Risiken zu ignorieren und diese Pflanzen anzubauen.

Einflussfaktoren Schutzgutseitig:

Je mehr Flächen mit GVO bestellt werden, desto größer ist das Risiko von Saatgutverunreinigungen und irreversiblen, unkontrollierten Auskreuzungen. Gentechnikfreiheit von landwirtschaftlichen Produkten und Koexistenz sind auf diese Weise nicht möglich, das Risiko für Insekten und andere Blütenbesucher steigt.

Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Kein Anbau von gentechnisch veränderten Organismenzum Standard
  • Genehmigung für Freisetzung und Inverkehrbringen von GVO (§14 GenTG 2009)zum Standard
  • Mindestabstand 800 m von GVO-Mais zu Schutzgebieten (MLUV 2008)zum Standard
  • Mindestabstand von GVO-Mais zu konventionellem Mais 150 m, zu ökologischem Maisanbauflächen 300 m (GenPflEV, Anlage)zum Standard
  • Aussaatstandorte sind in einem Standortregister einzutragen (§16a GenTG 2009)zum Standard