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Konflikt: Beeinträchtigung des Schwimmverhaltens und gestörte Habitatnutzung von Schweinswalen durch Lärmimmissionen des Anlagenbaus

Konfliktbeschreibung:

  • Im Umkreis von 20 bis max. 40 km um das Testfeld wurde keine einzige Schweinwalsichtung aufgenommen (...). Die Rasterkarte zeigt besonders deutlich, dass sich die Schweinswale in sehr hohen Dichten wie in einer Art "Ring" rund um das Testfeld aggregierten, dies in großer Entfernung zum Baugebiet. ((Gilles & Siebert, 2009), 22)
    Die Tatsache, dass die erste Befliegung vor den Rammarbeiten im Offshore-Windkraft-Testfeld alpha ventus stattfanden und die zweite Befliegung nachweislich während der Rammarbeiten, liefert erste Indizien, dass die ersten Rammarbeiten in alpha ventus, die Ende April/Anfang Mai 2009 stattgefunden haben, die Verteilung und die Dichte der Schweinswale negativ beeinflusst haben. ((Gilles & Siebert, 2009), 22)
  • „The effects discussed ranged from behavioural changes to habitat loss and even to physical injury due to pile driving.“((Teilmann, J.; Tougaard, J.; Carstensen, J. & R. Dietz, 2006), 92).
  • „Disturbance during construction“((Teilmann, J.; Tougaard, J.; Carstensen, J. & R. Dietz, 2006), 91).
  • “The potential effects on marine mammals may range from subtle reactions to permanent habitat loss and physical damage.” ((Lucke, K.; Storch, S.; Cooke, J. & U. Siebert, 2006), 207)
  • “…noise emissions from construction, (…)which may harm or disturb marine mammals,…” ((Diederichs, A.; Nehls, G.; Dähne, M.; Adler, S.; Koschinski, S. & U. Verfuss, 2008), 13)
  • „At both wind farms the porpoises disappeared following each pile driving operation,…” ((Teilmann, J.; Tougaard, J.; Carstensen, J. & R. Dietz, 2006), 89).
  • „Visual observations of porpoises at Horns Rev during ship surveys supported that porpoises changed behaviour during pile driving operations.” ((Teilmann, J.; Tougaard, J.; Carstensen, J. & R. Dietz, 2006), 90)
  • Lebensraumverlust für Schweinswale während Bau und Betrieb von Offshore-Windparks ((Peters, W., Morkel, L., Koeppel, J. & J. Koeller, 2008)
  • „Direkte Störungen mariner Säugetiere auf Individuenebene durch Schallemissionen in der Konstruktionsphase, insbesondere während der Rammarbeiten, ...“ ((BSH, 2009a), 350; (BSH, 2009b), 305).

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Schallintensive Rammarbeiten der Piles

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ)
  • OSPAR
  • ASCOBANS
  • FFH-Richtlinie, Anhang II Phocoena phocoena
  • BNatSchG § 1
  • BNatSchG § 44 Besonderer Artenschutz
  • BNatSchG § 56
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Wirksystem:

Durch die schallintensiven Rammarbeiten beim Bau der Fundamente werden die Schweinswale gestört und reagieren mit einem veränderten Schwimmverhalten (gerichtetes Schwimmen von der Schallquelle weg). Damit verbunden ist ein eindeutiges Meideverhalten und somit eine veränderte Habitatnutzung.

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Betroffenes Schutzgut:
  • Schweinswal
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:
  • Anzahl der Anlagen
  • Art der Gründung
  • Schallpegel
  • Rammenergie
  • standortspezifisches Ausbreitungsvermögen der Schallemission

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Einflussfaktoren Schutzgutseitig:
  • Geräusch- und Störungsempfind­lichkeit der Schweinswale
  • Bedeutung des Gebietes als Lebensraum für Schweinswale
  • Individuendichte

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Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Untersuchungsstandards und Monitoring der Auswirkungen des Unterwasserschalls durch die Baumaßnahmen (StUK 3)zum Standard
  • Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung der Auswirkungen von Lärm während der Bauphase nach dem Stand der Technik (wissenschaftliche und politische Forderung, umgesetzt als Auflage in Genehmigungsbescheiden des BSH)zum Standard
  • In Entfernung von 750 m zur Schallquelle darf ein Einzelereignisschalldruckpegel (SEL) von 160 dB re 1µPa und ein Spitzenschalldruckpegel (SPL) von 190 dB re 1 μPa nicht überschritten werden (wissenschaftliche Empfehlung einer Behörde, umgesetzt in Nebenbestimmungen der Genehmigungen des BSH)zum Standard
  • Forderung nach einem strategischen regionalen Ansatz der Behörden im Rahmen einer längerfristigen räumlichen Planung unter Berücksichtigung kumulativer Effekte auf die marine Umwelt (politische Forderung)zum Standard