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Konflikt: Störung von Seevögel durch Schiffsverkehr beim Eingraben/ Einspülen der Kabel zur Netzanbindung

Konfliktbeschreibung:
  • „Regionale für die Dauer der Verlegung anhaltende mittlere Auswirkungen aufgrund von Schiffsverkehr Regionale, zeitlich begrenzte geringe bis mittlere Auswirkungen bei Wartungs- und Reparaturarbeiten.“ ((BSH, 2009a), 310)
  • „Emissionen durch Baumaschinen (Lärm, Licht, Silhouetteneffekt) entlang der Kabeltrassen“ dadurch „Störung der Brut- , Ruhe- und Mausergebiete von Vögeln“ ((WWF, 2006), 28).
  • „Im weiteren sind die Verlegungsarbeiten zusätzlich mit Lärm und anderen Umwelteinwirkungen verbunden. Die aus ihnen resultierenden Vertreibungseffekte wirken sich gleichfalls störend auf die marinen Lebensgemeinschaften aus. Dies gilt insbesondere, wenn ihre Brut-, Rast- und Nahrungsgebiete betroffen sind.“ ((Wolf, R., 2004), 84)
  • „Verlegung und Betrieb von Hochspannungsseekabeln unterliegen den Verboten der Nationalparkgesetze und können zu erheblichen Beeinträchtigungen der unter Schutz stehenden Lebensräume und Arten führen.“ ((WWF, 2006), 7)
Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Die Stromkabel zur Netzanbindung der Offshore-Windparks werden im Meeresboden verlegt. Dabei ist mit Schiffsverkehr zu rechnen.

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • BNatSchG § 1
  • Bonner Konvention : „Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten
  • Regionalabkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (AEWA)
  • Vogelschutz-Richtlinie
  • Gesetz über den Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“
  • Niedersächsisches Naturschutzgesetz (NNatG)
  • Gesetz zum Schutz des Schleswig-holsteinischen Wattenmeers
  • Gesetz zum Schutz der Natur Schleswig-Holstein
  • Gesetz zum Schutz der Natur und der Landschaft im Lande Mecklenburg-Vorpommern (Landesnaturschutzgesetz) (LNatG M-V)
  • BNatSchG § 44 Besonderer Artenschutz
  • BNatSchG § 56
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Wirksystem:

Bei der Verlegung von Seekabeln kommt es durch visuelle und akustische Emissionen der Bauarbeiten zu Scheuchwirkungen empfindlicher See- und Rastvögel und damit zu einem zeitlich begrenzten Lebensraumverlust.

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Betroffenes Schutzgut:
  • See- und Rastvögel
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:
  • Trassenführung (Länge der Kabel, Ausmaß der Berührung von Rastgebieten, Trassenbreite)
  • Bauzeiten / Dauer der Verlegearbeiten

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Einflussfaktoren Schutzgutseitig:
  • Anzahl / Dichte der Individuen im Gebiet
    Störempfindlichkeit der Art
    Lebensraumbindung der Art
    Erreichbarkeit von Ersatzhabitaten

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Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Baumaßnahmen außerhalb von Brut- und Mauserzeiten (politische und wissenschaftliche Forderung)zum Standard
  • Zeitliche Koordinierung der Kabelverlegung (wissenschaftliche und politische Forderung)zum Standard
  • Keine Kabelverlegung innerhalb von Schutzgebieten und ökologisch empfindlichen Gebieten (wissenschaftliche und politische Forderung)zum Standard
  • Trassenverläufe in bereits vorbelasteten Räumen (politische Forderung)zum Standard
  • Reduzierung der Trassenzahl und Trassenbreite (politische Forderung)zum Standard
  • Gesamtkonzeption für die Netzanbindung / Ausweisung von Korridoren (politische und wissenschaftliche Forderung, Umsetzung im Raumordnungsplan für die AWZ)zum Standard
  • Erforschung von Auswirkungen, Effektmonitoring (wissenschaftliche und politische Forderung, Umsetzung in StUK 3)zum Standard
  • Bewertung der Umweltverträglichkeit des Gesamtprojektes durch das BSH (wissenschaftliche Forderung FOWEUM)zum Standard