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Teilaspekt: Errichtung der Anlage   >> Konfliktauswahl: Beeinträchtigung der Benthoslebensgemeinschaften durch Zerstörung des Lebensraumes und durch Entstehung von Sedimentfahnen sowie Veränderung des Watt beim Eingraben/ Einspülen der Kabel.

Konflikt: Beeinträchtigung der Benthoslebensgemeinschaften durch Zerstörung des Lebensraumes und durch Entstehung von Sedimentfahnen sowie Veränderung des Watt beim Eingraben/ Einspülen der Kabel.

Konfliktbeschreibung:

„Durch das Eingraben der Kabel in das Watt wird dessen Oberfläche verändert. (...) Auch bei einem sandigen Untergrund werden die dort befindlichen Lebensgemeinschaften gestört. Beim Einspülen von Kabeln in den Meeresboden entstehen zudem Sedimentfahnen, die die Qualität des Wassers beeinträchtigen. Auch dies kann sich schädlich auf die Lebensverhältnisse des Benthos auswirken.“ ((Wolf, R., 2004), 84)
„Verlegung und Betrieb von Hochspannungsseekabeln unterliegen den Verboten der Nationalparkgesetze und können zu erheblichen Beeinträchtigungen der unter Schutz stehenden Lebensräume und Arten führen.“ ((WWF, 2006), 7)
„Kleinräumiger und kurzfristiger Habitatverlust für die Dauer der Verlegung von Seekabeln aufgrund von Sedimentumlagerungen und Trübungsfahnen“ ((BSH, 2009a), 273)
„kurzfristige und kleinräumige Schädigung von Individuen, Eiern und Larven benthischer Organismen aufgrund von Trübungsfahnen“ ((BSH, 2009a), 273)

Nutzungsaktivität (Konfliktursache):

Die Stromkabel zur Netzanbindung der Offshore-Windparks werden im Meeresboden verlegt. Dabei werden Lebensraumstrukturen zerstört und Sedimentfahnen entstehen.

Ziele bzw. Maßstäbe:
  • Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ)
  • OSPAR
  • BNatSchG § 1
  • Gesetz über den Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“
  • Niedersächsisches Naturschutzgesetz (NNatG)
  • Gesetz zum Schutz des Schleswig-holsteinischen Wattenmeers
  • Gesetz zum Schutz der Natur Schleswig-Holstein
  • Gesetz zum Schutz der Natur und der Landschaft im Lande Mecklenburg-Vorpommern (Landesnaturschutzgesetz) (LNatG M-V)
  • Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD)
  • HELCOM – Convention on the protection of the marine environment of the Baltic Sea area, 1992 (Helsinki Convention)
  • Flora Fauna Habitat Richtlinie - Anhang II
  • BNatSchG § 44 Besonderer Artenschutz
  • BNatSchG § 56
>> mehr Informationen
Wirksystem:

Bei der Verlegung von Seekabeln können Lebensräume für Benthoslebensgemeinschaften und Veränderungen des Watts hervorgerufen werden. Es entstehen außerdem Sedimentfahnen, welche die Benthosorganismen beeinträchtigen können.

Betroffenes Schutzgut:
  • Benthos
Einflussfaktoren Nutzungsseitig:
  • Verlegetechnik der Stromkabel
  • Trassenführung (Länge der Kabel, Ausmaß der Berührung von Schutzgebieten, Trassenbreite)
  • Bauzeiten
Einflussfaktoren Schutzgutseitig:
  • Individuendichte
  • Lebensraum/ Empfindlichkeit gegenüber mechanische Eingriffe
  • Mobilität der Individuen
Anforderungen, Standards zur Konfliktminderung:
  • Zeitliche Koordinierung der Kabelverlegung (wissenschaftliche und politische Forderung)zum Standard
  • Keine Kabelverlegung innerhalb von Schutzgebieten und ökologisch empfindlichen Gebieten (wissenschaftliche und politische Forderung)zum Standard
  • Trassenverläufe in bereits vorbelasteten Räumen (politische Forderung)zum Standard
  • Reduzierung der Trassenzahl und Trassenbreite (politische Forderung)zum Standard
  • Gesamtkonzeption für die Netzanbindung / Ausweisung von Korridoren (politische und wissenschaftliche Forderung, Umsetzung im Raumordnungsplan für die AWZ)zum Standard
  • Erforschung von Auswirkungen, Effektmonitoring (wissenschaftliche und politische Forderung, Umsetzung in StUK 3)zum Standard
  • Bewertung der Umweltverträglichkeit des Gesamtprojektes durch das BSH (wissenschaftliche Forderung FOWEUM)zum Standard